SchulHof-Projekt: Schüler packen an!

Seit dem Schuljahr 2011/ 2012 sind die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 der Sprangerschule am Reutlinger Umweltbildungszentrum Listhof im Einsatz!

Gruppen von jeweils 10 Schüler*innen verbringt vier Wochen lang 22 Stunden ihrer Regelunterrichtszeit pro Woche am Listhof und dies ein bis zwei Mal im Schuljahr. Die Schüler planen in dieser Zeit Projekte und führen sie durch – sie erledigen Arbeiten die bei der Tierhaltung, in der Landschaftspflege und in den Gärten anfallen. Sie beschäftigen sich in Eigeninitiative unter Anleitung mit der Planung und dem Bau von Ställen und Gehegen für Hühner, Gänse, Ziegen und Eseln, bauen eine kleine Hühnerzucht auf und vermarkten die selbst erzeugten und hergestellten Produkte. Das gemeinsame Essen sowie die Pflege und Gestaltung des Lern- und Aufenthaltsraumes sind ebenso Bestandteil des Tagesverlaufes, wie die Zeit zum Bewegen und Ausruhen.

Die Schüler*innen werden bei allen Tätigkeiten stets durch Fachkräfte kompetent angeleitet und begleitet.

Mit dem Umweltbildungszentrum wird den Schüler*innen ein hochinteressanter außerschulischer Lernort zur Verfügung gestellt. Durch die veränderte Motivationslage und den lebensweltlichen Bezug, ist ein Zuwachs an allgemeiner Bildung der Schüler*innen wie auch an sozialen, lebenspraktischen und beruflich relevanten Kompetenzen zu erwarten. Die Ergänzung von theoretischen Inhalten aus dem Schulunterricht mit Realerfahrungen zieht einen umfassenden Lernzuwachs bei den Schüler*innen nach sich. Auf der anderen Seite kann im schulischen Unterricht an Themen wie „Tierliebe, Tierschutz, Nahrungsmittel regional und global, soziale Gerechtigkeit, Marketing und Profit“, um nur einige zu nennen, angeknüpft werden. Die Schüler/innen informieren sich auf dem Listhof beispielsweise über die verschiedenen Nutztierarten und -rassen und setzen dies vertiefend im Fachunterricht in der Schule.

Die Zusammenarbeit zwischen der Sprangerschule und dem Listhof hat Tradition: Schüler der Klassen 5 und 6 waren vor Projektbeginn bereits seit einigen Jahren im Rahmen des Ganztagsangebots zwei Stunden pro Woche am Listhof und haben ihre Spuren hinterlassen: Selbstgebaute Nistkästen, ein in Entstehung begriffenes Lehmhaus und auch Arbeiten zur Pflege des 123 ha großen Naturschutzgebietes (www.listhof-reutlingen.de)

Ein Tag am Listhof                                      

Zeit      Aktivitäten   
11:35 – 12:10 Anfahrt mit dem Fahrrad und umziehen
12:10 – 12:45 Tiere versorgen/ Mittagessen vorbereiten
12:50 – 13:25

mittwochs 13:45-15:15

Gemeinsames Essen und Besprechung des weiteren Ablaufs

Präsentationsvorbereitung an der Schule

13:25 – 13:50 Spülen /“chillen“/ spielen
13:50 – 15:00 Arbeitsfelder besprechen, Arbeitseinsatz (in Gruppen)
15:00 -15:45 umziehen/aufräumen /Gespräch über den Tag, Hefteinträge, Ausblick auf den nächsten Tag
15:45 – 16:00 Rückfahrt zur Schule, Fahrräder versorgen

 

Bei Ankunft am Listhof werden die Hühner, Enten, Ziegen und Esel gefüttert und die Stallungen gemistet. Die Ziegen werden am Listhof überwiegend in der Landschaftspflege eingesetzt.

Während der Großteil der Gruppe mit der Tierversorgung beschäftigt ist, bereitet der „Küchendienst“ den Tisch für das Mittagessen vor. Das Essen wird in der Schulmensa zubereitet und von den Lehrerinnen mitgenommen. Durch das gemeinsame mittägliche Essen wird ein Ritual etabliert, welches viele der Schüler/innen in dieser Form nicht mehr

Nach dem Mittagessen ist im Wechsel ein Teil der Schüler/innen für den „Küchendienst“ zuständig, während der Rest der Gruppe sich auf dem großen Gelände austoben darf. Anschließend werden die anstehenden Arbeiten für den Nachmittag besprochen und angegangen.

Diese Arbeiten variieren je nach Bedarf und Jahreszeit. Mal ist es der Bau oder die Renovierung unseres „Grünen Klassenzimmers“, der „Hütte“, mal sind es Planung und Berechnungen z.B. von Stallungen oder kleinere handwerkliche Tätigkeiten, einkochen oder verwerten von Produkten, arbeiten im Gartenbau, Herstellung von Produkten für den Winterbasar und vieles mehr.

Um 15:00 Uhr findet eine Dokumentations-, Reflexions- und Ausblicksrunde statt, nach der die Schüler/innen den Listhof gemeinsam auf ihren Fahrrädern verlassen. Die Fahrräder werden samt Helmen den Schülern, die keine eigenen Fahrräder haben, von der Schule für den Zeitraum von vier Wochen zur Verfügung gestellt. Für die Wartung der Fahrräder ist Jörgen Erichsen seit einigen Jahren zuständig. Er ist Ingenieur im Ruhestand und wird vom Projekt finanziert. Er unterstützt die Schüler*innen auch in der Arbeitszeit.

Reflexion und Rückblick auf die gemachten Erfahrungen findet auch bei der Präsentation am Ende der vier Wochen in der Schule statt. Dabei stellen die „Listhöfler“ Schüler*innen der Klassen 5/6 ihre Arbeits- und Lernfortschritte vor; mal in dem sie Materialien und Werkzeuge präsentieren, die sie für eine Arbeit benötigt haben, mal als Theaterstück der Begegnung eines Esels mit einem Pferd, mal als kleinen Vortrag oder Quiz, oder als Powerpoint-Präsentation zu einem ausgewählten Thema.

Am Ende eines Vier-Wochen-Einsatzes erhalten die Schüler/innen ein Zertifikat mit den Arbeitsschwerpunkten aus diesen 4 Wochen und einer Beurteilung ihres Arbeits- und Sozialverhaltens.

Für die Unterstützung des SchulHof-Projekts danken wir ganz herzlich der Paul-Lechler-Stiftung, dem Freundeskreis der Eduard-Spranger-Schule Reutlingen e.V., dem Trägerverein des Umweltbildungszentrum Listhof e.V., der Bürgerstiftung Reutlingen, dem Lionsclub und dem Reutlinger Stadtverkehr (RSV), der Samenhandlung Fetzer in Gönningen, der Freudenberg Stiftung und der Medien-AG der Eduard-Spranger-Schule und dem Landesnaturschutzverband BW e.V. (LNV)

 

www.listhof-reutlingen.de

Schulhof-Listhof
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Die SchulHof-Hütte am Listhof

Seit September 2016 können die Schülerinnen und Schülern endlich die neue SchulHof-Hütte am Listhof mit Leben füllen, sich umzuziehen, Mittag essen, planen, beraten, werkeln und reflektieren und sich in der Pause aufhalten. Diese neue Möglichkeit mit der Hütte ist von unschätzbarem Wert für die Arbeit im Projekt. Wir danken in besonderem Maße Herrn Erichsen, der die Planung, Bauleitung und Ausführung übernommen hat, sowie den Schülerinnen und Schülern die seit Februar 2016 zusammen mit Mitarbeitern vom Listhof tatkräftig beim Bau geholfen haben und wir danken natürlich den Spendern, die die Finanzierung unterstützt haben. Das sind u.a.: der Freundeskreis der ESS, der Landesnaturschutzverband BaWü, der Elektriker Herr Babalik, Holz Braun und Fa. Fiedler und die SchulHof-Einnahmen vom Winterbasar.

Umweltpreise der Stadtwerke Tübingen

umweltpreis-stadtwerke-tuebingenAls SchulHof-Projekt durften wir, dank zahlreicher Unterstützer bei der Abstimmung, den 6. Publikumspreis in Empfang nehmen. Wir danken allen Beteiligten und freuen uns über die 1000€, um damit ständig anfallende Ausgaben der Projektarbeit finanzierten zu können.

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SchulHof am Listhof gewinnt Schülerpreis der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg

Die Stufe 5/6 der Eduard-Spranger-Schule wurde am 17.07.2012 mit dem Schülerpreis der Stiftung Kinderland Baden Württemberg ausgezeichnet.

Lesen die hierzu den Zeitungsbericht aus dem GEA vom 18.07.2012.

Schulhof-Listhof-Preisverleihung

SchulHof am Listhof gewinnt Reutlinger Umweltpreis 2011

Die Eduard-Spranger-Schule hat mit dem SchulHof am Listhof den Reutlinger Umweltpreis 2011 bekommen. Das Projekt belegte den 1. Platz bei den Schulen und Kindergärten.

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„Von Esel und Ziege lernen“

Wie Schule auf dem Reutlinger Listhof funktioniert, zeigt ein Video-Beitrag der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Baden-Württemberg e.V..

Das Video wurde mit Unterstützung der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit der Eduard-Spranger-Schule erstellt.